Du bist vollwertig vor Gott - Dein Dienst ist vollwertig vor Gott |
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Oft werden alle Ämter und Dienste dem Prediger überlassen. Dies ist nicht biblisch und überfordert die Einzelperson, während die Gemeinde unterfordert ist. Leider ist dieses Bewusstsein nicht mehr in vielen Christen vorhanden.
Biblisch ist folgendes:
1.Petr 2,9
Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat…
Offb 1,6
und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Offb 5,10
und hast sie unserem Gott zu einem Königtum und zu Priestern gemacht, und sie werden über die Erde herrschen!
Ein Priester übt den Gottesdienst aus. Er opfert Gott. Er betet für Menschen. Durch ihn kann Gott befragt werden. Weil im Neuen Testament alle zu Priestern berufen sind, kann dieser Gottesdienst von allen Christen ausgeübt werden:
1.Petr 2,5
Â…lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott wohlannehmbar durch Jesus Christus!
Unter Christen gibt es nun nicht mehr die Unterschiede wie im AT. In der Stellung vor Gott sind wir alle Brüder und Schwestern. Es gibt keine Väter und Söhne, Mütter oder Töchter unter Christen (Gal 3,28). Daher spricht der HERR: „Ihr aber, lasst ihr euch nicht Rabbi nennen! Denn einer ist euer Lehrer, ihr alle aber seid Brüder. Ihr sollt auch nicht
Wir sind also alle gleichgestellt. Wir dürfen alle Gottesdienst ausüben. Du darfst zum HERRN beten, anderen Christen helfen, etc. Wir haben alle Privilegien im Blick auf diesen Dienst.
Aus organisatorischen Gründen hat der HERR aber noch Diakone und Älteste eingesetzt. Sie haben Sonderfunktionen im Dienst an der Gemeinde, jedoch nicht im priesterlichen Dienst. Ein Gebet eines Ältesten ersetzt das Gebet eines anderen Christen ausserhalb dieser Funktion nicht. Es ist auch nicht gewichtiger. Der Priesterdienst eines Ältesten steht nicht über demjenigen eines „normalen“ Christen.
Diakone wurden eingesetzt um der Gemeinde organisatorisch zu dienen (Apg 6,1-5). In Jerusalem waren sie um die gerechte Verteilung der Güter besorgt. Sie wurden eingesetzt, um speziell zu dienen und der Versammlung wohl zu tun. Bei den Ältesten verhält es sich ähnlich. Sie sind für die „Gesundheit“ der örtlichen Gemeinde verantwortlich. Sie schauen für Recht und Ordnung in der Gemeinde. Sie sollen den Überblick haben und bei Problemen Hilfestellung leisten. Nirgendwo steht geschrieben, dass sie eine besondere geistliche Autorität innehaben, um über die Gemeinde zu herrschen. Vielmehr ist ihr Dienst ein ganz praktischer mit Vorbildfunktion. Damit sie ihn auch ausüben können, gesteht ihnen der HERR eine menschliche Autorität ein. Ein Beschluss der Ältestenschaft darf nicht einfach ignoriert werden, da sonst die Ordnung nicht aufrechterhalten werden kann. Dafür tragen die Ältesten auch eine besondere Verantwortung vor dem HERRN und werden über ihren Dienst speziell Rechenschaft abgeben müssen.
Hebr 13,17
Gehorcht und fügt euch euren Führern! Denn sie wachen über eure Seelen, als solche, die Rechenschaft geben werden, damit sie dies mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn dies wäre nicht nützlich für euch.
Wie der Mann und die Frau gleich viel wert sind vor Gott, verhält es sich mit ‚normalen’ Christen und Ältesten. Beide wurden für denselben Preis erkauft: durch Christi Leben. Doch wie die Frau einen anderen Platz als der Mann einnimmt, nimmt der Älteste in der Gemeinde eine zusätzliche Aufgabe und Autorität wahr. Er wacht über die Seelen der Gemeinde. Er schaut, dass keine Auswüchse im Gemeindeleben vorkommen. Ein Ältester muss ferner ganz bestimmte Kriterien erfüllen, um dieses Amt ausüben zu können, dies wird an mehreren Orten explizit festgehalten.
1.Kor 12,8-12
Denn dem einen wird durch den Geist das Wort der Weisheit gegeben, einem anderen aber das Wort der Erkenntnis nach demselben Geist;
einem anderen aber Glauben in demselben Geist, einem anderen aber Gnadengaben der Heilungen in dem einen Geist,
einem anderen aber Wunderwirkungen, einem anderen aber Weissagung, einem anderen aber Unterscheidungen der Geister; einem anderen
Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist und teilt jedem besonders aus, wie er will.
Denn wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl viele, ein Leib sind: so auch der Christus.
Hananias, der Paulus durch Handauflegung sehend machte, wird in der Schrift als Jünger bezeichnet. Es steht nicht, dass er ein besonderes Amt innehatte. Das brauchte er auch nicht, denn der Geist teilt nicht nur den Ältesten Gaben aus, sondern auch allen anderen Jüngern und Jüngerinnen.
1.Kor 12,29-31a
Sind etwa alle Apostel? Alle Propheten? Alle Lehrer? Haben alle
Haben alle Gnadengaben der Heilungen? Reden alle in Sprachen? Legen alle aus?
Eifert aber um die grösseren Gnadengaben!
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Wie wir sehen ist die Gabe der Prophetie eine der grössten Gaben (1. Kor 12,28; 14,5; 14,39). Bekommen nur die Ältesten diese Gabe? Nein! Diese Gabe zu besitzen ist nicht eine Voraussetzung für den Aufseherdienst.
Das was Petrus in Apg. 2,15-18 erklärt, ist eine Tatsache, die auch heute noch gilt. Dieser Geist ist nicht für eine exklusive Gruppe innerhalb des Volkes Gottes bestimmt, sondern für alle, auch für junge Frauen beispielsweise. Das sehen wir auch bei den Töchtern des Philippus, des Evangelisten in der Apg 21,8-9:
Am folgenden Tag aber zogen wir aus und kamen nach Cäsarea; und wir gingen in das Haus des Philippus, des Evangelisten, der
Dieser aber hatte vier Töchter, Jungfrauen, die weissagten.
Durch all diese Verse sehen wir, dass der Geist manchmal sehr wichtige Gaben auf als schwach angesehene Gemeindeglieder legt, damit die Schrift erfüllt wird:
1.Kor 12,22-25
…sondern gerade die Glieder des Leibes, die schwächer zu sein scheinen, sind notwendig;
und die uns die weniger ehrbaren am Leib zu sein scheinen, die umgeben wir mit grösserer Ehre; und unsere nichtanständigen haben grössere Wohlanständigkeit; unsere wohlanständigen aber brauchen es nicht. Aber Gott hat den Leib zusammengefügt und dabei dem Mangelhafteren grössere Ehre gegeben, damit keine Spaltung im Leib sei, sondern die Glieder dieselbe Sorge füreinander hätten.
Halleluja! Hat der HERR nicht alles sehr schön geordnet. Wer könnte die Gemeinde besser aus- und zurüsten als der HERR? Ihm gebührt alle Ehre! Hier möchte ich es auch nicht unterlassen, auf die Ordnung bei den Gemeindezusammenkünften hinzuweisen. Alles soll in Ordnung geschehen. Der Geist ist den Propheten untertan. Man braucht nicht zu drängeln, um reden zu können.
1.Kor 14,40
Alles aber geschehe anständig und in Ordnung.
Doch als Priester (das sind wir ja alle), der zum HERRN gehört, darfst Du das Abendmahl austeilen und, die Begabung (Gabe des HERRN) vorausgesetzt, Hände auflegen, um Kranke zu heilen oder um Gaben auf Personen zu legen, wenn es der HERR verlangt. Tue es aber nur, wenn Du wirklich dazu befähigt bist. Selbst dann ist noch Vorsicht geboten.
1.Tim 5,22
Die Hände lege niemand schnell auf, und habe nicht teil an fremden Sünden! Bewahre dich selbst rein!
Wir alle müssen lernen, mit unseren Begabungen umzugehen. Höre auf Deine innere Stimme. Achte auf die Wirkung Deiner Handlungen. Habe auch die Grösse, Fehler einzugestehen, wenn Du vorschnell gehandelt hast oder die geglaubte Wirkung nicht eintritt. Nur so kannst Du vorangehen und lernen.
Es ist mir bewusst, dass das normale Gemeindeleben in einer heutigen ‚Denomination’ fast nicht mehr zu praktizieren ist, weil die meisten Gemeinden wieder ein Klassensystem eingeführt haben, das vom HERRN überhaupt nicht gewollt ist, da es im NT kein Klassensystem mehr gibt. Im AT war das tatsächlich anders, doch im NT ist die priesterliche Klasse explizit abgeschafft (Mt 23,8-11). Daher ist viel Weisheit von Nöten. Die Ordnungen dürfen auch von uns nicht einfach öffentlich gekippt werden, das würden junge und schwache Christen nicht verstehen und schon gar nicht als geistlich betrachten. Vielleicht kannst Du, falls es nur negativ strukturierte Gemeinden in Deinem Umfeld gibt, Deine Gaben in einem Hauskreis einbringen. Lass sie aber nicht verkümmern! Für Dein Leben bist Du verantwortlich. Amen.
Autor: Tobias Frei
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