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Ton in der Hand des Töpfers

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Wie wir alle wissen, kann ein Töpfer mit seinem Ton machen was er will. Jeder Klumpen von seinem Ton wird er gemäss seinem Willen formen.

Gott gebraucht dieses Bild im Alten und Neuen Testament für seine Souveränität im Umgang mit seinem Volk:

Jer 17, 27:
1 Das Wort, das durch den HERRN zu Jeremia geschah: 2 Mache dich auf und geh in das Haus des Töpfers hinab, und dort werde ich dich mein Wort hören lassen! 3 Und ich ging in das Haus des Töpfers hinab, und siehe, er war mit einer Arbeit auf der Scheibe beschäftigt. 4 Und das Gefäß, das er aus dem Ton machte, mißriet in der Hand des Töpfers. Und er machte wieder ein anderes Gefäß daraus, wie es in den Augen des Töpfers recht war zu tun. 5 Und das Wort des HERRN geschah zu mir: 6 Kann ich mit euch nicht ebenso verfahren wie dieser Töpfer, Haus Israel? spricht der HERR. Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel. 7 Einmal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, es ausreißen, niederbrechen und zugrunde richten . 8 Kehrt aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit um, lasse ich mich des Unheils gereuen, das ich ihm zu tun gedachte. 9 Und ein anderes Mal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, es bauen und pflanzen zu wollen. 10 Tut es aber, was in meinen Augen böse ist, indem es auf meine Stimme nicht hört, so lasse ich mich des Guten gereuen, das ich ihm zu erweisen zugesagt habe.

Gott spricht in diesen Versen über die ganze Nation. Er kann sein Volk als ganzes richten und es wie ein missratenes Töpfergefäss aussehen lassen, wenn es abtrünnig ist. Es kann aber auch als ehrenvolles Gefäss erscheinen, wenn es den Weg des HERRN geht. Sinnbildlich hatte Israel, ihren Taten entsprechend, bereits beide Erscheinungsbilder.

Im Neuen Testament wird dieser Vergleich wieder verwendet, z.B.:

Rö 9, 20-21: Ja freilich, o Mensch, wer bist du, der du das Wort nimmst gegen Gott? Wird etwa das Geformte zu dem Former sagen: Warum hast du mich so gemacht? 21 Oder hat der Töpfer nicht Macht über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre und das andere zur Unehre zu machen?

Wir sehen, dass hier der einzelne Mensch, er sei gläubig oder nicht, gemeint ist. Und schlussendlich sehen wir diesen Vergleich noch im Blick auf den einzelnen Gläubigen:

2. Tim 2, 19-21:
19 Doch der feste Grund Gottes steht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt, die sein sind; und: Jeder, der den Namen des Herrn nennt, stehe ab von der Ungerechtigkeit! 20 In einem großen Haus aber sind nicht allein goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und die einen zur Ehre, die anderen aber zur Unehre. 21 Wenn nun jemand sich von diesen reinigt, wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt, nützlich dem Hausherrn, zu jedem guten Werk bereitet.

Welches Haus ist im Vers 20 gemeint? Paulus spricht bereits im ersten Timotheusbrief von einem Haus:

1.Tim 3, 15: wenn ich aber zögere, damit du weißt, wie man sich verhalten muß im Hause Gottes, das die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit.

Die Gemeinde ist Gottes Haus. In diesem Haus gibt es eine Hausordnung. Der Herr Jesus hat gleich wie Mose auf dem Berg eine Ordnung herausgegeben, nicht wie im Alten Testament ein Gesetz, welches die Sünden nicht wegnehmen kann, sie jedoch schonungslos offenbart, nein, der Herr hat eine leicht zu tragende Ordnung geoffenbart, denn er hat die unerträgliche Last für uns getragen! Jesus Christus sagt selber, seine Last sei leicht, wie auch Johannes bestätigt:

1.Joh 5, 3 Denn dies ist die Liebe Gottes, daß wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. Vgl. mit Mt 11, 30

Gehen wir nun nochmals zu 2. Tim 2, 19 um den roten Faden in dieser Sache zu erkennen:

Der Herr kennt, die sein sind; und: Jeder, der den Namen des Herrn nennt, stehe ab von der Ungerechtigkeit!

Jeder, der den Namen des Herrn nennt, soll sich von Ungerechtigkeit fernhalten. Der Töpfer bearbeitet den Tonklumpen gemäss seinem Verhalten. Wenn das Volk Israel gemäss Gottes Wort wandelte, war es ein Gefäss zur Ehre. Erinnern wir uns an die Verse im Jer 17:

6 Kann ich mit euch nicht ebenso verfahren wie dieser Töpfer, Haus Israel? spricht der HERR. Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel. 7 Einmal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, es ausreißen, niederbrechen und zugrunde richten . 8 Kehrt aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit um, lasse ich mich des Unheils gereuen, das ich ihm zu tun gedachte.

Im zweiten Timotheus 2, 21 steht:

Wenn nun jemand sich von diesen reinigt, wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt, nützlich dem Hausherrn, zu jedem guten Werk bereitet.

Wir, liebe Geschwister im Herrn sind sein Haus. Wenn wir uns reinigen (gemeint ist hier: vom Bösen absondern, gründlich reinigen, ek-kathairo gr.) wird uns der HERR zu einem Gefäss zur Ehre machen, andernfalls nicht.

Entscheide Du, liebe Leserin und lieber Leser: Was für ein Gefäss stellst Du momentan dar und was möchtest Du darstellen?

Der Gedanke die ehrenvollen Gefässe seien Christen und die nicht ehrenvollen würden die Ungläubigen darstellen würde sich nicht mit Mk 13, 34-37 vereinbaren lassen:

34 Wie ein Mensch, der außer Landes reiste, sein Haus verließ und seinen Knechten die Vollmacht gab, einem jeden sein Werk, und dem Türhüter einschärfte, daß er wache, 35 so wacht nun! Denn ihr wißt nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob des Abends oder um Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder frühmorgens, 36 damit er nicht, wenn er plötzlich kommt, euch schlafend finde. 37 Was ich aber euch sage, sage ich allen: Wacht!

Man beherbergt nicht Feinde im eigenen Haus. Der Herr des Hauses gibt seinen Knechten Vollmacht und geht. Das ist unser Herr Jesus, der zum Vater gegangen ist und wieder kommen wird. Die Knechte im Haus arbeiten, so sagt es die Heilige Schrift, ganz unterschiedlich. Die einen sind fleissig und treu, andere wiederum faul und abtrünnig (siehe z.B. Mt 24, 45; Lk 12, 35-40). Daher wird die Belohnung der Knechte sehr unterschiedlich ausfallen, gem. 1. Kor 3, 12-15.

Gottes Haus ist die Gemeinde. Ein Ungläubiger gehört nicht zu Gottes wahren Haus, obwohl er sich in Kirchengebäuden aufhalten kann. Doch eine Versammlungshalle oder Kirche ist nur ein Gebäude wie es ebenfalls z.B. eine Turnhalle ist. Im Neuen Testament wohnt der HERR nicht mehr in einem Gebäude wie z.B. der Stiftshütte im AT. Im AT war die Anbetungsstätte (Gebäude) von Bedeutung, im NT nicht. Im NT geht es nicht mehr um ein physisches Haus, es geht um ein geistliches. Dieses Haus sind wir Christen, die Gemeinde, wie geschrieben steht:

1.Kor 3: 16 Wißt ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? 17 Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.

Auch der obenstehende Vers zeigt auch ganz klar, dass der HERR Hand an die sündigen Geschwister legen wird. Christen, die sich reinigen, werden ehrenvolle Gefässe sein, denn Gott wohnt in ihnen. Was gibt es für ehrenvolleren Besitz? Christen, die sich verunreinigen und Gottes Tempel verderben, werden ihr Urteil tragen. Entscheide Du, liebe Leserin und lieber Leser, werden solche ehrenvolle Gefässe sein?

Lasst uns ein heiliges Leben führen!

Lobet den HERRN!

Autor: Tobias Frei

 
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