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Anforderungen an die Priester

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Das AT ist sehr wichtig, auch in der heutigen Zeit. Viele Stellen im NT sagen aus, das es um unseretwillen niedergeschrieben wurde, damit wir daraus lernen möchten (Rö 15, 4; 1. Kor 10, 6 und 11). Wir sind im NT alle Priester, wir sind ein königliches Priestertum, wie Petrus in seinem ersten Brief (1. Petr. 2, 5) schreibt. Die priesterliche Klasse, wie sie im AT angeordnet war, gibt es jetzt nicht mehr. Daher ist es wichtig, dass wir alle Klarheit über die Rechte und Pflichten eines Priesters haben.

Bibeltext: Levitikus (3. Mo) 21

Anforderungen an die Priester
16 Und der HERR redete zu Mose:
17 Rede zu Aaron: Jemand von deinen Nachkommen bei ihren Generationen, an dem ein Makel
ist, darf nicht herannahen, um das Brot seines Gottes darzubringen;
18 denn jedermann, an dem ein Makel ist, darf nicht herannahen, ein blinder Mann oder ein lahmer oder einer mit gespaltener Nase oder der ein Glied zu lang hat,
19 oder ein Mann, der einen Bruch am Fuß oder einen Bruch an der Hand hat,
20 oder ein Buckliger oder ein Zwerg oder der einen Flecken in seinem Auge hat oder
der die Krätze oder Flechte oder der zerdrückte Hoden hat.
21 Jedermann von den Nachkommen des Priesters Aaron, der einen Makel hat, soll nicht
herantreten, die Feueropfer des HERRN darzubringen. Ein Makel ist an ihm, er soll nicht
herzutreten, das Brot seines Gottes darzubringen.
22 Das Brot seines Gottes von dem Hochheiligen und von dem Heiligen mag er essen.
23 Nur zum Vorhang soll er nicht kommen, und an den Altar soll er nicht herantreten, denn ein
Makel ist an ihm, daß er nicht meine Heiligtümer B entweiht; denn ich bin der HERR, der sie
heiligt.
24 Und so redete Mose zu Aaron und zu seinen Söhnen und zu allen Söhnen Israel.

C.H. Mackintosh, ein guter Ausleger, schreibt darüber:

Nichts konnte das Band der Verwandtschaft zwischen Aaron und seinen Söhnen zerreißen. Es gab viele Dinge, die den vollen Genuß der an dieses Verhältnis geknüpften Vorrechte beeinträchtigen konnten. Ein Sohn Aarons konnte sich "wegen einer Leiche verunreinigen", er konnte sich beflecken durch den Eintritt in eine unheilige Verbindung, er konnte ein körperliches "Gebrechen" haben, konnte "blind", ein "Höckeriger" oder ein "Zwerg" sein. Schon eins dieser Dinge würde den Genuß seiner Vorrechte, sowie die Erfüllung der priesterlichen Verrichtungen gestört und unterbrochen haben, wie wir in Kap. 21, 21-23 lesen. Aber keins dieser Dinge konnte irgendwie seine Verwandtschaft in Frage stellen. Obwohl ein Sohn Aarons ein Zwerg sein konnte, so war dieser Zwerg nichtsdestoweniger ein Sohn Aarons. Freilich war er als "Zwerg" vieler Vorrechte und Würden, die mit dem Priestertum verbunden waren, beraubt, aber er blieb trotzdem ein Sohn Aarons. Er konnte weder dieselbe Art der Gemeinschaft genießen, noch dieselben Verrichtungen des priesterlichen Dienstes erfüllen, wie jemand, der die Größe eines erwachsenen Mannes erreicht hatte, aber er war ein Glied des priesterlichen Hauses, und deshalb war es ihm erlaubt, "das Brot seines Gottes zu essen".
Die geistliche Anwendung dieser Dinge ist einfach. Ein Kind Gottes zu sein und sich im Genuß priesterlicher Gemeinschaft und priesterlicher Anbetung zu befinden, sind zwei verschiedene Dinge. Die Anbetung wird leider oft durch viele Dinge gestört. Wir erlauben nur zu oft, daß Umstände und Verbindungen ihren befleckenden Einfluß auf uns ausüben. Wir dürfen nicht voraussetzen, daß alle Christen sich der gleichen geistlichen Höhe, derselben innigen Gemeinschaft und der gleichen beglückenden Nähe Christi erfreuen. Ach nein! Viele von uns haben über geistliche Gebrechen, über Lahmheit im Gehen unseres Weges, über mangelhafte Einsicht, über einen Stillstand im Wachstum zu trauern, oder wir verunreinigen uns, indem wir mit Bösem in Berührung kommen, oder wir lassen uns durch unheilige Verbindungen schwach machen und aufhalten. Mit einem Satz, so wie die Söhne Aarons, obwohl sie durch Geburt Priester waren, durch eine zeremonielle Verunreinigung oder durch ein körperliches Gebrechen vieler Vorrechte beraubt wurden, so berauben wir uns, obwohl wir durch geistliche Geburt Priester Gottes sind, durch innere Befleckungen und geistliche Gebrechen vieler hoher und heiliger Vorrechte unserer Stellung. Durch eine mangelhafte geistliche Entwicklung gehen uns viele unserer Würden verloren. Es fehlt uns so oft das einfältige Auge, die geistliche Kraft, die völlige Widmung des Herzens. Wir sind erlöst durch die freie Gnade Gottes aufgrund des vollkommenen Opfers Christi. "Wir alle sind Kinder Gottes durch den Glauben an Christum Jesum." Aber vergessen wir nicht, daß Erlösung etwas anderes ist als Gemeinschaft, und Sohnschaft etwas anderes als Gehorsam. Diese beiden Dinge müssen sorgfältig unterschieden werden. Das zeigt unser Abschnitt sehr klar. Wenn einer der Söhne Aarons "einen Bruch am Fuße oder einen Bruch an der Hand' hatte, war er deshalb seiner Sohnschaft beraubt? Durchaus nicht. Verlor er dadurch seine priesterliche Stellung? Keineswegs. Es wurde deutlich gesagt: "Das Brot seines Gottes von dem Hochheiligen und von dem Heiligen mag er essen." Aber dennoch büßte er durch sein körperliches Gebrechen vieles ein. Es war ihm verboten, einen der höheren Pfade priesterlichen Dienstes und priesterlicher Anbetung zu betreten: "Allein zum Vorhang soll er nicht kommen, und zum Altar soll er nicht nahen." Das waren ernste Verluste, und obwohl man hätte einwenden können, daß der Mensch an vielen dieser körperlichen Gebrechen keine Schuld trage, so änderte das doch an der Sache nichts. Der HERR konnte nur einem makellosen Priester und einem makellosen Opfer Zutritt zu Seinem Altar gestatten. Priester und Opfer mußten beide vollkommen sein. Jedermann vom Samen Aarons, des Priesters, der ein Gebrechen hat, soll nicht herzutreten, die Feueropfer des HERRN darzubringen" (Kap. 21, 21). Alles, woran ein Gebrechen ist, sollt ihr nicht darbringen, denn es wird nicht zum Wohlgefallen für euch sein" (Kap.22, 20).
Aus C.H. Mackintosh, Gedanken zum 3. Buch Mose, Copyright H.L. Heijkoop, Windschoten, Blijhamsterstraat 58

Wenn wir plötzlich merken, dass uns himmlische Vorrechte verlustig gegangen sind, dann müssen wir überlegen, ob wir makellose Priester sind oder ob wir bereits Kompromisse eingegangen sind. Das ist ein sehr ernstzunehmendes Kapitel. Bleiben wir vollwertige Priester!

Über den Priesterdienst gäbe es noch sehr viel zu schreiben, die Kenntnis darüber würde vielen Christen, die in einem Klassensystem, wie es viele Denominationen heute noch haben, helfen aus einer geistlichen Trägheit zu kommen und wie wahre Priester, geistlich aktiv, für Gott und die Mitmenschen auf der richtigen Grundlage zu danken und beten.

Lobet den HERRN!

Autor: Tobias Frei

 
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