Abendmahl |
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Lieber Leser
Wenn Sie dem HERRN gefallen wollen und Unsicherheiten betreffs dem Abendmahl verspüren, bitte ich Sie, sich die Zeit für das Lesen dieser Betrachtung zu nehmen. In vielen christlichen Versammlungen sind leider diese Grundwahrheiten bereits verloren gegangen. Der HERR möge Sie segnen im Lesen dieser Zeilen und Ihnen helfen im Verstehen der Wahrheit über das Abendmahl.
Das Abendmahl im Neuen Testament und das Passahmahl im Alten Testament (2. Mo 12) zeigen sinnbildlich das gleiche. Beim ersten Passah ging der Todesengel an den Häusern mit dem Blut an den Türpfosten vorüber. Es brachte Gottes Volk die Loslösung von Ägypten (sinnb. für die Welt). Ausserdem herrschte danach der HERR über das Volk und nicht mehr der böse Pharao (sinnb. für d. Teufel). Es war ein Opfer für die Loslösung eines Volkes, worüber der Name des HERRN ausgerufen wurde. Dass daher das Passahopfer ein Sinnbild ist, das auf Christus deutet, liegt nahe und wird in der Bibel bestätigt:
1. Kor 5, 7 Fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr {ja bereits} ungesäuert seid! Denn auch unser Passah
An dieses Opfer sollte in Israel alljährlich einmal gedacht werden. Es war ein grundlegendes Opfer und bedeutete für Gottes Volk im Alten Testament die Befreiung. Es war nicht nur ein Zeichen für diejenigen, die das erste Opfer und die unmittelbar folgende Befreiung miterlebt hatten, sondern die Nachkommen sollten bei der Passahfeier auch etwas lernen:
2. Mo 12, 26 Und es soll geschehen, wenn euch eure Kinder fragen: Was bedeutet dieser Dienst für euch?, 27 dann sollt ihr sagen: Es ist ein Passahopfer für den HERRN, der an den Häusern der Söhne Israel in Ägypten vorüberging, als er die Ägypter schlug, unsere Häuser aber rettete. Da warf sich das Volk nieder und betete an. 28 Und die Söhne Israel gingen hin und machten es, wie der HERR Mose und Aaron geboten hatte, so machten sie es.
Die Bestimmungen des HERRN für dieses Opfer waren daher auch unmissverständlich:
Passah und Nachpassah (4. Mo 9)
1 Und der HERR redete zu Mose in der Wüste Sinai, im zweiten Jahr nach ihrem Auszug aus dem Land Ägypten, im ersten Monat, und sprach:
2 Die Söhne Israel sollen das Passah feiern zu seiner festgesetzten Zeit;
3 am vierzehnten Tag in diesem Monat, zwischen den zwei Abenden, sollt ihr es feiern zu seiner festgesetzten Zeit; nach allen seinen Ordnungen und nach allen seinen Vorschriften sollt ihr es feiern.
4 Und Mose redete zu den Söhnen Israel, daß sie das Passah feiern sollten.
5 Und sie feierten das Passah im ersten
7 Und diese Männer sagten zu ihm: Wir sind unrein wegen der Leiche eines Menschen. Warum soll es uns verwehrt sein, die Opfergabe des HERRN nicht zur festgesetzten Zeit inmitten der Söhne Israel darzubringen? 8 Und Mose sagte zu ihnen: Bleibt stehen, und ich will hören, was der HERR euretwegen gebietet. - 9 Und der HERR redete zu Mose und sprach: 10 Rede zu den Söhnen Israel: Wenn irgend jemand bei euch oder bei euren
13 Der Mann aber, der rein ist und nicht auf einer Reise und es unterläßt, das Passah zu feiern, diese Seele soll ausgerottet werden aus ihren Völkern; denn er hat die Opfergabe des HERRN nicht zur festgesetzten Zeit dargebracht; dieser Mann soll seine Sünde tragen.
Mögen wir die Wichtigkeit des Passah für die Israeliten sehen. Es war ein zentrales Fest, welches Christus in seiner Eigenschaft als Erlöser für sein Volk sinnbildlich darstellte. Diese Darstellung musste jährlich wiederholt werden, sind doch wir Menschen auch so schnell vergesslich in dieser Hinsicht und lassen uns schnell von Nichtigkeiten umstricken, welche die Grosstaten Gottes in die Ecke drängen. Letzteres zeigte sich auch in der Geschichte Israels. Das vorgeschriebene Passah wurde nach und nach verlauert und schliesslich nicht mehr so gefeiert wurde, wie es vorgeschrieben war, bis das Passah des HERRN schlussendlich gottesfürchtige Könige wieder einführen mussten. Nach vielen unglücklichen Jahren ohne das vorgeschriebene Passah wurde es schliesslich wieder vom König des Südreiches Juda, König Hiskia, wieder eingeführt.
Beim Durchlesen der Verse der Wiedereinführung des Passahfestes sehen wir einen grossen Teil des verlorengegangenen Segens und das sehr gnädige Schöpferherz, welches ein Volk, welches durch Selbstverschuldung krank geworden war, wieder heilte.
2. Chronik 30, 15 Und man schlachtete das Passah am Vierzehnten des zweiten Monats. Die Priester und die Leviten aber hatten sich geschämt und hatten sich geheiligt; und sie brachten Brandopfer in das Haus des HERRN. 16 Und die standen an ihrem Standort nach ihrer Vorschrift, nach dem Gesetz des Mose, des Mannes Gottes. Die Priester sprengten das Blut<, das sie> aus der Hand der Leviten (entgegennahmen).
17 Denn es waren viele in der Versammlung, die sich nicht geheiligt hatten. Daher besorgten die Leviten das Schlachten der Passahopfer für jeden, der nicht rein war, um sie dem HERRN zu heiligen. 18 Denn ein großer Teil des Volkes, viele von Ephraim und Manasse, Issaschar und Sebulon hatten sich nicht gereinigt und aßen das Passah nicht so, wie es vorgeschrieben ist. Doch Hiskia bat für sie und sprach: Der HERR, der Gütige, möge jedem vergeben, 19 der sein Herz darauf gerichtet hat, Gott zu suchen, den HERRN, den Gott seiner Väter, auch wenn er nicht der Reinheit des Heiligtums entspricht!
20 Und der HERR erhörte Hiskia und heilte das Volk.
Doch, ach, wie schnell lässt sich der Mensch wieder verführen oder unterlässt, durch eine lässig gewordene Hand, die Befolgung der Anordnungen Gottes und entfernt sich wieder von einem gottgewollten Wandel: Bereits der dritte König nach Hiskia, König Josia, musste das Passah von neuem einführen. König Josia führte nicht nur ein minimales „Pflichtpassah“ ein, nein, es wurde ein Passah gefeiert, wie es seit vielen Generationen nicht mehr gefeiert wurde:
2. Chronik 35, 17 Und die Söhne Israel, die sich einfanden, feierten in jener Zeit das Passah und das Fest der ungesäuerten Brote sieben Tage lang.18 Ein Passah wie dieses aber war in Israel nicht gefeiert worden seit den Tagen des Propheten Samuel. Denn alle Könige von Israel hatten kein Passah gefeiert wie das, das Josia feierte und die Priester und die Leviten und ganz Juda und Israel, das sich einfand, und die Bewohner von Jerusalem.
Es brauchte über 14 Könige (ohne Nordreich) bis wieder ein Passah nach der Weise Samuels, des grossen Knechtes Gottes, dem Herrn gefeiert wurde. Ist das nicht eine Tragödie?
Nun möchte ich Sie, liebe Leserin und lieber Leser in die Zeit des Neuen Testamentes, in unsere Zeit, führen:
Inzwischen ist das wahre Passahlamm, Christus, die Wirklichkeit aller Opfer, der wahre und einzige Erretter, in die Welt gekommen und hat durch die Vergiessung seines Blutes sein Volk aus der fremden Knechtschaft (jener des Teufels) errettet und wird zusätzlich noch alle, die an seinen Namen glauben werden bis zu seiner zweiten Ankunft, erretten. Dafür wurde uns wieder ein Zeichen gegeben: Das Mahl des HERRN, das Abendmahl.
Bis zu dieser Zeit hatte Gottes Volk ja bereits Geschichte geschrieben und konnte (und kann auch heute noch), durch ein Rückblenden in das Alte Testament, Fehler im Wandel erkennen und beheben. Darauf werden wir im Neuen Testament an mehreren Stellen hingewiesen, z.B.:
1. Kor 10, 6 Diese Dinge aber sind als Vorbilder für uns geschehen, damit wir nicht nach Bösem gierig sind, wie jene gierig waren. (Zu beachten ist beim ersten Korintherbrief der Hinweis in der Einleitung, dieser Brief sei für alle Christen bestimmt, welcher den Einwand, das würde nur für die Korinther gelten, ausschliesst.)
Das Abendmahl wurde durch Gott, den HERRN, eingeführt, wie damals das Passah. Beachten wir doch im Neuen Testament Gottes Befehl: „Dies tut!“
Luk 22, 19 Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Dies tut zu meinem Gedächtnis!
Bei der Einsetzung des Abendmahles wurde keine Häufigkeit des Feierns festgelegt, da die Gemeinde Gottes nicht in ein Land, wie Israel damals, eingepflanzt worden ist und in Ruhe und genauer Regelmässigkeit Feste verfolgen kann. Oft ist sie doch sehr verfolgt und muss sich in vielen Ländern an geheimen Orten und an verschiedenen und oft wechselnden Wochentagen treffen, um, wegen der häufig grossen Verfolgung, unerkannt bleiben zu können. Daher benutzt der Apostel im Brief an alle Christen (1. Kor) das Wörtchen „sooft“, wenn er von der Häufigkeit der Abendmahlsfeier spricht:
1. Kor 11, 26 Denn sooft ihr dieses Brot eßt und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
So müssen wir uns, wenn uns die Häufigkeit der Abendmahlsfeier interessiert (was es eigentlich jeden aufrichtigen Christen tun sollte) an die Urgemeinde wenden, die noch nicht von unheiligen Lehren durchdrungen war, wo noch die Lehrer der ersten Stunde, die Apostel, welche ja direkt von Gott (Christus) unterrichtet worden waren, unterrichteten.
So lesen wir in der Apostelgeschichte ob das Abendmahl gehalten wurde:
Apg. 2, 42 Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.
Und einige Verse weiter lesen wir wie oft das Mahl des HERRN eingenommen wurde (Vers 46):
Täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot...
In der heutigen Zeit wird das Abendmahl oft nur noch einmal im Monat, wenn überhaupt, gehalten. Auch ist die Lehre über das Abendmahl in manchen Gemeinden nicht mehr so, wie sie überliefert wurde. Die Tendenz bei den Christen ist die selbe wie bei Israel damals: Gottes Zeichen der Erinnerung an seine Tat wird je länger je mehr vernachlässigt. In der heutigen Zeit werden sogar noch Lehren toleriert, welche ein, im Zweifelsfalle, Fernbleiben des Abendmahles (das sogenannte Vorübergehenlassen des Brotes und des Kelches) erlauben. Es wird gepredigt, dass Christen, die sich Sünden bewusst sind, besser vom Abendmahl fernbleiben sollen. Diese Lehre entspricht nicht der Überlieferung und beinhaltet eine offene Tür für ungerichtete Sünden und eine mögliche, dementsprechende lasche und krankmachende Haltung des Christen, der nun ja verdeckt sündigen kann ohne Folgen, da er ja vom Tisch des Herrn fernbleiben darf.
Soches wurde uns nicht vom HERRN vorgemacht. Vielmehr sagte der HERR im vollen Bewusstsein der Konsequenzen für den Unreinen (Judas), der auch anwesend war:
Mt 26, 27 Und er nahm einen Kelch und dankte und gab ihnen
Im Neuen Testament, im Brief an alle Christen auf der Welt, steht geschrieben, dass man krank werden kann oder sogar daran sterben, wenn man das Mahl unwürdig einnimmt:
1. Kor 11, 29 Denn wer ißt und trinkt, ißt und trinkt sich selbst Gericht, wenn er den Leib
Daher liegt es nahe zu denken, lieber einmal weniger am Mahl teilnehmen, anstatt daran zu erkranken. Dass es viel gefährlicher und ungeistlicher ist, die Anordnungen des HERRN zu verwerfen, scheint vergessen gegangen zu sein.
Der HERR duldet keine ungerichteten Sünden an seinem Tisch. Daher sollten wir uns um ein heiliges Leben kümmern um uns seiner Gegenwart an seinem Tisch erfreuen zu können. An dieser Stelle möchte ich nochmals erwähnen, dass der HERR ein Fernbleiben Judas‘ nicht tolerierte, in dem er sagte: Trinkt alle daraus!
Es ist sehr wichtig, dass wir uns um ein zartes Gewissen, das die hässlichen Sünden niemals ungerichtet toleriert, bemühen. Der HERR hat uns ja einen wunderbaren Ausweg geschaffen, wo wir sofort von Sünden und Übertretungen gereinigt werden:
1. Joh 1, 9 Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.
Wir dürfen unser bussfertiges Herz sofort von IHM reinigen lassen und ER gibt uns die Verheissung der sofortigen Reinigung. Weshalb soll zu Lasten der Teilnahme am Tisch des HERRN diese Reinigung verschoben werden oder gar ganz ausbleiben? Wer kann mir da eine Antwort darauf geben? Ist es nicht wegen bösen und unbussfertigen Herzen soweit gekommen in dieser Lehre?
Das wir, wenn wir uns an Menschen versündigt haben, zu den betrogenen oder verletzten Personen gehen und die Sache auch zwischenmenschlich in Ordnung zu bringen versuchen, versteht sich von selbst.
Einwände, Judas sei bei der Einsetzung des Mahles bereits unterwegs zu den Phärisäern gewesen, können mit der folgenden Betrachtung, die ich einmal in der Vergangenheit niedergeschrieben habe, widerlegt werden:
Judas hat am Abendmahl teilgenommen, deshalb ist er auch kurz darauf gestorben....
Er wahr der erste, der das Mahl des HERRN unwürdig einnahm. Lies, was der Korintherbrief dazu sagt (besonders Vers 30):
11, 28 Ein jeder {W. Ein Mensch} aber prüfe sich selbst, und also esse er von dem Brote und trinke von dem Kelche.
29 Denn wer unwürdiglicht ißt und trinkt, {Eig. Denn der Esser und Trinker} ißt und trinkt sich selbst Gericht, indem er den Leib nicht unterscheidet.
30 Deshalb sind viele unter euch schwach und krank, und ein gut Teil entschlafen.
Judas hat mitgegessen, er hat sein Brot auch in die Schüssel getaucht. Das Abendmahl nahmen sie während (nicht nachher!) des Essens ein (gemäss Mt 26, 26) Während sie aber aßen, nahm Jesus Brot, segnete, {O. lobpries, dankte} brach und gab es den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; dieses ist mein Leib.
Lk 22, ab Vers15 zeigt es am deutlichsten:
15 Und er sprach zu ihnen: Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide.
16 Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß es erfüllt sein wird im Reiche Gottes.
17 Und er nahm einen Kelch, dankte und sprach: Nehmet diesen und teilet ihn unter euch.
18 Denn ich sage euch, daß ich nicht von dem Gewächs des Weinstocks trinken werde, bis das Reich Gottes komme.
19 Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird; dieses tut zu meinem Gedächtnis!
20 Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahle und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird.
21 Doch siehe, die Hand dessen, der mich überliefert, ist mit mir über Tische. (Judas war also noch da...)
22 Und der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie es beschlossen ist; wehe aber jenem Menschen, durch welchen er überliefert wird!
Fassen wir kurz zusammen:
1. Das Abendmahl sollte regelmässig unter Geschwistern gehalten werden. Dies ist ein Gebot des HERRN.
2. Der HERR duldet kein „Vorübergehen“ des Mahles und somit ungerichtete Sünden an seinem Tisch.
3. In der Urgemeinde wurde täglich das Brot gebrochen...
Dies sind drei Tatsachen, denen leider nicht mehr an vielen christlichen Orten Beachtung geschenkt wird.
Mögen daher zur Ehre des HERRN nochmals Nachahmer Hiskias und Josias aufstehen!
Liebe Leserin und lieber Leser, Sie dürfen zusammen mit Ihrem Ehepartner oder Glaubensgeschwistern das Mahl des HERRN halten, wenn Sie an Christus glauben. Sie dürfen es nicht nur, Sie sollen es auch tun. Dafür muss die Versammlung nicht notwendigerweise vollzählig erscheinen, was sie es ja sowieso oft nicht ist. Auch muss kein Apostel, Ältester oder Pastor anwesend sein. Es ist dabei wichtig zu erwähnen, dass das Herz bussfertig sein soll und allfällige Sünden bekannt werden müssen. So können Sie gereinigt vor dem HERRN erscheinen und sich seiner Gegenwart erfreuen. „Der Mensch prüfe sich selbst...“ (1. Kor 11, 28), niemand darf Ihnen das Mahl verbieten.
Lobet den HERRN!
Autor: Tobias Frei
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